03.06.2017

Marburg erinnert an Märchenbeiträgerin Elisabeth Schellenberg

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Von A wie Abendroth (Wolfgang) bis W wie Wolff (Christian) reicht die Liste der berühmten Marburger Persönlichkeiten, denen eine „Historische Hinweistafel“ in der Universitätsstadt gewidmet ist. Ab sofort kann diese Liste um Elisabeth Schellenberg ergänzt werden.

Elisabeth Schellenberg (1746 bis 1814) stammte aus Marburg und lebte wohl schon als Kind im Haus Mühltreppe 1, bis sie zwischen 1786 und 1802 ins Siechenhaus St. Jost eintrat. Aus dieser Zeit ist sehr genau bekannt, unter welchen Verhältnissen sie lebte, weil es Berichte der „Armenkommission“ gebe, wie der Märchenforscher Professor Dr. Holger Ehrhardt aus Kassel bei der Präsentation der Tafeln an dieser Adresse erläuterte – wohingegen aus den Jahren zuvor kaum etwas überliefert ist. Ehrhardt machte sich auf die Suche nach der Identität der „Märchenfrau“ aus Marburg, von der man wusste, dass sie den Brüdern Grimm die Märchen „Aschenputtel“ und „Der goldene Vogel“ vermittelt hatte.

„Es war gar nicht so kompliziert, herauszufinden, wer diese „Märchenfrau“ gewesen ist“, so Ehrhardt. Es sei sogar bekannt, dass die Brüder Grimm häufig am Haus Mühltreppe 1 vorbeiliefen, um sich mit Schellenberg zu treffen. Dass sie dort wohnte, dürften die beiden aber nicht gewusst haben. Sie wuchs als uneheliches Kind eines Gerichtsboten in sehr ärmlichen Verhältnissen auf, berichtete der Märchenforscher.

Professor Ehrhardt lobte, es sei äußerst selten, dass Forschung solche schönen Ergebnisse habe wie die „Historischen Hinweistafeln“ in Marburg.

 

Bildunterschrift:

Bei der Präsentation der "Historischen Hinweistafel" für drei bedeutende Marburger Persönlichkeiten (hinten v. l.): die Grimm-Forschenden Dr. Andrea Linnebach und Professor Dr. Holger Ehrhardt aus Kassel, Kulturdezernentin Dr. Kerstin Weinbach, Kulturamtsleiter Dr. Richard Laufner, die Projektbeauftragte Kristina Lieschke und Nahid Panahyan – an ihrem Haus hängt der neue Hinweis für die Märchenfrau Schellenberg. Vorne (v. l.) zwei Teilnehmerinnen des Girls' Days Alina und Juliana.

(Foto: Nadja Schwarzwäller, i. A. d. Stadt Marburg)