Gelnhausen

Jedes Gemälde beginnt mit dem ersten Strich

Kulturschaffende der Region sehen des Künstler Ludwig Emil Grimm neu

Ausstellung im Main-Kinzig-Forum Gelnhausen

vom 05. März bis zum 27. April 2018

(Montag bis Donnerstag 8.00 bis 18.00 Uhr, Freitag 8.00 bis 14.00 Uhr)

Eröffnung durch Landrat Thorsten Stolz am 05. März 2018 um 18.00 Uhr

Der Maler und Graphiker Ludwig Emil Grimm (1790 – 1863), der jüngere Bruder der Sprachforscher und Märchensammler Jacob und Wilhelm Grimm war ein bedeutender Künstler der Romantik Er schuf Portraits, Genredarstellung und hat immer wieder die Natur dargestellt, auch die Natur im heutigen Main-Kinzig-Kreis.

Es gibt sicherlich kaum einen Künstler, der so sehr mit seinen Werken und seinem Leben in der ganzen Region zwischen Frankfurt und Fulda vertreten ist, wie das bei Ludwig Emil Grimm der Fall ist.

Er wurde in Hanau geboren, wuchs in Steinau an der Straße auf, wo er von 1790 bis 1803 gelebt hat, er hat in Gelnhausen gezeichnet, er hat in Schlüchtern seine Motive gefunden und in Birstein, die Großmutter stammte dort her und ein Vetter lebte dort, hatte es ihm nicht nur die Landschaft angetan, auch die bei der Fürstin weilende Gräfin Auguste von Wächtersbach. Steinau und die Region nehmen einen wichtigen Platz in seinem Werk und in seinen Lebenserinnerungen ein. Der ganze Main-Kinzig-Kreis ist eine Region, die Ludwig Emil Grimm geprägt hat. Das zeigt das Steinauer Museum Brüder Grimm-Haus mit seinem Ludwig Emil Grimm-Kabinett, wo Graphik und Zeichnungen präsentiert werden und man Ludwig Emil Grimm als Künstler gerecht wird, im Kreis nimmt man sich aber auch seiner Biographie an. Der Verein Wilde Kultur Birstein hatte schon im vergangenen Jahr mit dem Musical „Der wilde Grimm“ Aufsehen erregt. Weil keine Leiter und kein Heuboden in Steinau vor Ludwig Emil Grimm sicher war, hatte er als Kind den Namen „der Wilde“ bekommen. Ob er dann bei einem Besuch in Birstein bei der Gräfin Auguste so wild war, wir wissen es nicht…

Das Treffen des jungen Künstlers mit der Isenburger Fürstin Charlotte, ihrer Tochter Prinzessin Victoria und ihrer Nichte, der Gräfin Auguste von Ysenburg-Wächtersbach, die zarten Bande, die Ludwig und Auguste gerne geknüpft hätten und die Trennung, das wurde Thema eines Musicals.

Schon im letzten Jahr konnten aus den Beständen des Museum Brüder-Grimm-Haus einige Tage vor den Musical-Aufführungen in Birstein eine ansehnliche Zahl von graphischen Arbeiten Ludwig Emil Grimms gezeigt werden. In diesem Jahr haben sich das Steinauer Museum und der Birsteiner Verein eine ganz andere Aufgabe gestellt. Man hat nun 19 Künstler und Kulturschaffende der Region (das geht von Mühlheim bis Fulda und von Arnsburg bis Kleinkahl) mit Ludwig Emil Grimm und seinem Werk konfrontiert und es sind neue Arbeiten entstanden. Ludwig Emil Grimm, der im Musical eine Schaffenskrise überwindet, spricht davon das jedes Gemälde mit dem ersten Strich beginnt. Es sind nicht nur Gemälde entstanden. Es sind Arbeiten auf Papier, auf Leinwand, es sind Skulpturen, manches ist digital, Glas ist dabei, Keramik, Backwerk, es sind Dialoge mit Ludwig Emil Grimm, Kommentare, Auseinandersetzungen.

So wie Ludwig Emil Grimm in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts die Region bereiste, so sollen seine Werke und die Resultate eines künstlerischen Diskurses auch in der ganzen Region zu sehen sein.

Die Ausstellung entstad im vergangenen Jahr als gemeinsames Projekt des Museums Brüder Grimm-Haus Steinau und des Vereins Wilde Kultur Birstein anlässlich des in Birstein aufgeführten Musicals „Der wilde Grimm“. Sie wurde in Steinau, Birstein und Gelnhausen gezeigt und fand viele begeisterte Besucher, deshalb haben sich der Main-Kinzig-Kreis entschlossen. Im Main-Kinzig-Forum die Ausstellung noch einmal zu präsentieren. Zumal, nun wenige Meter entfernt, hat Ludwig Emil Grimm bei einem Besuch im Jahr 1850 in der Kaiserpfalz nach der Küche der Frau Barbarossa gesucht.

Wie zuvor werden Arbeiten von Jana Baus (Steinau-Bellings), Carla Frohnapfel (Fulda), Achim Gogler (Gelnhausen), Gennady Gorbaty (Bad Soden-Salmünster), Dieter Hannes (Birstein), Gerd Hausen (Brachttal), Heike Hausen (Brachttal), Wolf-Dietrich Hess (Steinau), Simone Höhn (Schlüchtern), INK (Jossgrund-Oberndorf), Jesekiel (Kloster Arnsburg, Lich), Matthias Kraus (Hasselroth), Klaus Puth (Mühlheim), Jutta Römhild (Kleinkahl), Lydia Sanden (Birstein-Hettersroh), Britta Schäfer-Clarke (Birstein), Jörg Schmitz (Gelnhausen), Wolfgang Schott (Birstein-Kirchbracht) und Anna Zeis-Ziegler (Sinntal) gezeigt.

Die Ausstellung wird in einem Begleitbuch dokumentiert, alle Arbeiten sind dort abgebildet und erläutert. Das Buch ist zum Sonderpreis von 4,00 Euro in der Ausstellung erhältlich.

Es gibt während der Ausstellung noch zahlreiche Zusatzveranstaltungen:

Im Bildungshaus werden vier Kure angeboten (Anmeldung über Bildungspartner Main Kinzig)

10. und 11.03. 2018
Workshop Kaltnadelradierung
mit Achim Gogler

17.03.2018
Das märchenhafte, süße Knusperhäuschen
mit Jana Baus

07.04. 2018
Modellieren mit Paperclay
mit Jutta Römhild

14.04.2018
Malen mit Modell
mit Lydia Sanden

In der Ausstellung selbst wird es am 15. 03 und am 19. 04 jeweils um 16.30 Uhr eine Führung geben und zur gleichen Zeit findet am 22. 03 und am 26. 04 jeweils ein Künstlergespräch statt, hierzu sind alle Interessenten herzlich eingeladen.

Im Museum Brüder Grimm-Haus in Steinau wird vom 04. März bis zum 15. April 2018 eine Ausstellung mit Illustrationen zu Märchen und anderen phantastischen Texten gezeigt, die Reinhard Brandel geschaffen hat.

Kontakt

Brüder Grimm-Haus Steinau

Brüder Grimm Straße 80
36393 Steinau an der Straße
Telefon: +49 6663 - 7605
Telefax: +49 6663 - 91 88 00

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