Lebensstationen der Brüder Grimm

Hanau

© Medienzentrum der Stadt Hanau

„Nicht minder lebhaft steht mir noch in Gedanken, wie wir beide, Jacob und ich, Hand in Hand über den Markt der Neustadt (…) gingen (…) und in kindischer Freude stehen blieben, um dem goldenen Hahn auf der Spitze des Turmes zuzusehen, der sich im Winde hin und her drehte.“

Auf just diesem Marktplatz wurde 1896 das Nationaldenkmal der Brüder Grimm eingeweiht; seit 1975 ist es auch Ausgangspunkt der Deutschen Märchenstraße.

Hanau darf seit 2006 offiziell die Bezeichnung Brüder-Grimm-Stadt tragen – hier erblickten Jacob und Wilhelm sowie Ludwig Emil Grimm das Licht der Welt. Die Stadt würdigt ihre berühmten Söhne mit einem Literatur- und Kunstpreis, historischen Stadtführungen, den alljährlichen Brüder Grimm-Festspielen sowie zahlreichen weiteren Initiativen und Angeboten.

Steinau

Auch Steinau hat den offiziellen Titel Brüder Grimm-Stadt. Hier verlebten die Grimms nach eigenen Worten "eine schöne Kindheit, deren Eindrücke zeitlebens für sie unvergeßlich waren". So schreibt Jacob: "In meiner Heimat haften, das fühle ich, meine lebhaftesten Triebe und Anregungen. Ich habe dort den frischesten und glücklichsten Teil meines Lebens zugebracht". Steinau, die so gelobte Heimatstadt der Brüder, hat ihr Gesicht bewahrt - auch heute noch wäre es den Grimms vertraut.

1791 zog die Familie des Amtmanns Grimm nach Steinau, in das über 200 Jahre alte Amtshaus. Jacob und Wilhelm Grimm lebten, nach dem Tod des Vaters, bis 1798 dort. Heute lädt das ehemalige Amtshaus als Brüder Grimm-Haus ein, die Familie Grimm sowie Leben und Wirken der berühmten Brüder näher kennenzulernen.

Marburg

„In Marburg studierten sie.“ (Hermann Grimm)

In Briefen schwärmten die Grimms vom „Schloss auf dem Berge“, das „von der Abendsonne vergoldet“ werde. Über die Stadt selbst schrieb Jacob: „Ich glaube, es sind mehr Treppen auf den Straßen als in den Häusern.“ So stiegen sie in ihrer Studienzeit zwischen 1802 und 1806 häufig die Stufen von ihrem Wohnhaus in der Barfüßerstraße 35 zu ihrem Professor in der Ritterstraße empor.

Marburg erinnert an die Brüder Grimm mit Führungen zu Schauplätzen von Otto Ubbelohdes Grimms-Märchen-Illustrationen. „Grimm-Dich-Pfad“, Sterntaler-Lichtkunstprojekt, Grimm-Park und Veranstaltungen laden dazu ein, auf den Spuren der Brüder Grimm und ihrer Märchenhelden zu wandeln.

Kassel

© Kassel Marketing

„In Kassel brachten sie es zur Stellung von Bibliothekaren an der Hessischen Landesbibliothek...“ (Hermann Grimm)

Zwischen 1798 und 1841 verbrachten die Brüder Grimm gut dreißig Jahre in Kassel. Hier arbeiteten sie als Bibliothekare, hier sammelten, dokumentierten und überarbeiteten sie rund 200 Märchen und Sagen.

Die Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen sind als UNESCO-Weltdokumentenerbe eingetragen und in der GRIMMWELT zu bewundern. Die Hauptstadt der Deutschen Märchenstraße hat viel „Grimmiges“ zu bieten. So z.B. die Führung „Auf den Spuren der Brüder Grimm“, das Brüder Grimm-Festival mit Märchenmusical und den Märchenweihnachtsmarkt, der jedes Jahr einem anderen Grimm’schen Märchen gewidmet ist.

Göttingen

© Lars Gerhardts

In Göttingen, an der damals wie heute berühmten Georg-August-Universität, waren die beiden Brüder von 1829 bis 1837 als Bibliothekare und Professoren aktiv und haben mit den „Göttinger Sieben“ persönlich und gesellschaftlich folgenreiche politische, Zeichen gesetzt.

Als engagierte Gelehrte haben sie dauerhaft zum Profil Göttingens als ‚Wissenschaftsstadt’ beigetragen.

Dies lässt sich in der altehrwürdigen Georg-August-Universität erahnen und bei thematischen Stadtführungen konkret erfahren.

Berlin

(nicht Teil der Deutschen Märchenstraße)

„Dann die letzten Jahrzehnte in Berlin.“ (Hermann Grimm)

Nach einem dreijährigen Intermezzo in Kassel als Exilanten und ohne Anstellung berief der neue preußische König Friedrich Wilhelm die Brüder 1840 als Mitglieder der "Akademie der Wissenschaften" mit einem Sondergehalt nach Berlin.

Dort kann man heute auf dem alten St. Matthäus Kirchhof ihre Gräber besuchen.

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