Nordhessenrunde

Nordhessenrunde

„Raderlebnis in der märchenhaften Mitte“

Entdecken Sie die märchenhafte Mitte der Brüder Grimm per Fahrrad! Ausgehend von der Documentastadt Kassel entdecken Sie romantische Fachwerkstädte, erfahren verwunschene Flusstäler und erklimmen grüne Höhen mit schönen Ausblicken. Die 330 km lange Runde in 6 Etappen eignet sich vor allem für fortgeschrittene Tourenpedelecfahrer. Etwas Profil auf den Reifen sollte das Fahrrad schon besitzen, den teilweise gibt es geschotterte Forstwege. Der überwiegende Anteil der Runde ist allerdings gut ausgebaut.
Die Strecke: Von Kassel geht es durch den Kaufungen Wald nach Hessisch-Lichtenau, der Heimat von Frau Holle. Als Nächstes wartet das Fuldatal mit den Fachwerkstädten Melsungen und Rotenburg an der Fulda auf Entdeckung. Nächster Höhepunkt ist der Bahnradweg „Rotkäppchenland“ im Knüll. Über Homberg (Efze) wird im Kellerwald die Heimat von Schneewittchen erreicht. Mit Station in der Domstadt Fritzlar geht es aussichtsreich über die Höhen des Naturpark Habichtswaldes zurück nach Kassel. Übernachtet wird vor märchenhafter Kulisse in romantischen Fachwerkstädten.

 

1. Etappe: Kassel - Hess. Lichtenau (35 km)

Zunächst flach und asphaltiert. Im Niestetal Waldwege aber gut befahrbar. Anstieg im Kaufunger Wald, danach eben über den Herkules-Wartburg-Radweg, gut ausgeschildert, bis auf Anstieg familientauglich

Schwierigkeitsgrad:  eher leicht
Wegequalität:           ★★★☆
Beschilderung:         ★★★☆        

Durch die Kasseler Südstadt und den Staatspark Karlsaue mit der barocken Orangerie folgt man ein Stück weit dem Fulda Radweg. Dann geht es durch das grüne Niestetal über Waldrandwege durch den Ort Nieste und dem südlichsten niedersächsischen Dorf Dahlheim. Auf einem längeren Anstieg folgt eine rasante Abfahrt nach Oberkaufungen.

Ein schöner Ort, geprägt von Fachwerk, wie auch die nächsten Dörfer und Städtchen, die auf der Route liegen. Helsa und Hessisch Lichtenau gehören dazu, wo Frau Holle die Betten ausschüttelt.

2. Etappe: Hess. Lichtenau - Rotenburg an der Fulda (54 km)

Überwiegend bergab und ab Melsungen eben über den Fulda-Radweg, asphaltiert und gut ausgeschildert. Bis auf einen 3 km Abschnitt über B 487 familientauglich; Alternative: Über L 3147 über Günsterode direkt nach Melsungen

Schwierigkeitsgrad:    eher leicht
Wegequalität:             ★★★☆
Beschilderung:           ★★★☆

Von Hess. Lichtenau über Spangenberg geht es fast ausschließlich bergab nach Melsungen. Achtung zwischen Retterode und Spangenberg stark befahrene B 487. Im weiteren Verlauf radelt man abseits der Bundesstraße auf asphaltierten Wirtschaftswegen. Ab Schnellrode folgt man dem Chattenau-Fulda-Radweg R 12. Spangenberg besitzt eine kleine Altstadt und ein Schloss. Über den R 12 ist man fix im Fuldatal bei Melsungen.

Die Bartenwetzerstadt glänzt mit rund 350 Fachwerkbauten und einem stattlichen Rathaus am Markt. Die Bartenwetzerbrücke ist eine alte Steinbogenbrücke ganz in der Nähe des Marktplatzes. Hier trafen sich früher die Holzeinschläger, um zusammen in die umliegenden Wälder zu ziehen. Doch bevor sie das taten, wetzten sie ihre Äxte (Barten) am Sandstein der Brücke. An diese Zeit erinnert ein Denkmal und eine Figur, die um 12 und 18 Uhr im Turmaufbau des Rathauses erscheint.

Ab Melsungen geht es bequem über den gut ausgebauten Fulda-Radweg Richtung Rotenburg. Zwischen Beiseförth und Binsförth erwartet den Radler eine außergewöhnliche Flussquerung per Seilfähre, die man per Kurbel selbst bedienen muss. In Morschen säumt das mittelalterliche Kloster Haydau den Weg. Es ist das am besten erhaltene Zisterzienserinnenkloster Hessens. Heute ist das Kloster ein Zentrum für Kommunikation und Kultur.

Eine gute Stunde später ist das Etappenziel Rotenburg an der Fulda erreicht. Das alte Landgrafenstädtchen aus dem 12. Jahrhundert ist trotz einiger Brände mit nur geringfügigen Eingriffen erhalten geblieben. Fachwerkhäuser beherrschen das Stadtbild. Besonders beeindruckend ist die wunderbare Fachwerkzeile mit Landgrafenschloss am linken Fuldaufer.

Empfehlenswert ist ein Besuch des Puppen- und Spielzeugmuseums mit einer Sammlung von deutschen Porzellanpuppen sowie Puppenstuben und Kaufläden aber auch Schaukelpferden und Puppenwagen.

3. Etappe: Rotenburg an der Fulda - Neukirchen (Knüll) (76 km)

Knapp 40 Km Fulda-Radweg über Bebra, Bad Hersfeld bis Niederaula eben, gut ausgebaut und beschildert, ab Niederaula Anstieg bis Olberolde, danach super Abfahrt auf glatt geteerter Bahntrasse des Rotkäppchen-Radwegs nach Neukirchen, bedingt familientauglich

        Schwierigkeitsgrad:    eher leicht
        Wegequalität:             ★★★☆
        Beschilderung:           ★★★★    

Der Fulda-Radweg folgt linksseitig dem Fluss durch schöne Landschaft, vorbei an dem Eisenbahnknoten Bebra und den Breitenbacher Seen zur Festspielstadt Bad Hersfeld. Im Museum „Wortreich“, eine Wissens- und Erlebnis-Ausstellung zum Thema Sprache und Kommunikation gibt es auch einen Ausstellungsbereich zu den „Brüdern Grimm“. Auch Konrad Duden wird ein Bereich gewidmet und sein „Wörterbuch der deutschen Sprache“ ausführlich behandelt. Bad Hersfelds Altstadt wir vom historischen Rathaus und der Stiftsruine geprägt.

Aus Bad Hersfeld heraus folgt man noch bis Niederaula dem Fulda-Radweg, der dort auf den Bahnradweg Rotkäppchenland abzweigt. Hinter der Autobahnbrücke der A 7 steigt es dann bei Kirchheim an. Es geht über Nebenstraßen und Wirtschaftwege bis nach Wahlshausen, wo der eigentliche Bahnradweg beginnt. Ab hier steigt es nur noch moderat an, bis die Passhöhe bei Oberolde erreicht ist. Hier gibt es einen Biergarten, der zur Rast auffordert.

Ab Oberolde schwingt sich dann der Bahnradweg in großen Schleifen durch den Knüll, dessen landschaftliche Schönheit man unterwegs immer wieder bewundern kann. Neukirchen ist Luftkurort und Kneippheilbad mit einer Altstadt und einem Märchenhaus, welches eine Sammlung vielfältiger „Grimm’scher Märchenexponate“ beherbergt. Zu bestimmten Zeiten verzaubert dort eine Märchenerzählerin ihr Publikum mit ihren Geschichten.

4. Etappe: Neukirchen (Knüll) - Homberg (Efze) (49 Km)

Erst Bahntrassenweg Rotkäppchenland, dann ruhige Landstraßen, gut ausgeschildert, wellig, bedingt familientauglich 

Schwierigkeitsgrad:      eher anspruchsvoll
Wegequalität:               ★★★☆
Beschilderung:             ★★★★

Bis Zella radelt man auf dem wunderbaren Bahnradweg Rotkäppchenland. Hier besteht die Möglichkeit weiter bis nach Ziegenhain zu fahren und den großen Schwenk über Willingshausen einzusparen.

Folgt man aber der GPX-Route, geht es über welliges Land nach Willingshausen, einer Künstlerkolonie, die von Ludwig Emil Grimm mitbegründet wurde. Hier kann man das Museum Malerstübchen und die Kunsthalle Willingshausen besuchen. Durch die Schwalm führt der weitere

Weg nach Treysa. Auch wieder ein nettes Fachwerkstädtchen. 

An Treysa gibt der Schwalm-Efze Radweg R 14 die Richtung vor. Nächste Station ist Ziegenhain, ein ehemaliger Festungsort. Die Schlossanlage dient heute als Gefängnis und kann nicht besucht werden. Hinter Frielendorf bietet der Silbersee eine ideale Rastmöglichkeit an, denn man kann hier einkehren, baden oder Boot fahren. In Sondheim wechselt die Route vom R 14 auf den R 5. Nun geht es über verkehrsarme Strecken nach Caßdorf und von dort hinauf nach Homberg (Efze).

Der Marktplatz der Etappenstadt ist besticht mit seinem märchenhaften Fachwerkensemble. Mittendrin der „Brüderchen und Schwesterchen“ Brunnen. Über Homberg thront die Ruine der Hohenburg, die man nur zu Fuß oder von Norden her mit dem Pedelec oder Mountainbike erreichen kann.

5. Etappe: Homberg (Efze) - Fritzlar (60 km)

Hügelig bis bergig mit vielen längeren flachen Abschnitten, gute Beschilderung, teils geschotterte Wegoberfläche

Schwierigkeitsgrad:    anspruchsvoll
Wegequalität:             ★★☆☆
Beschilderung:           ★★★★
 

Die 5. Etappe machteine Schleifeüber der Hessischen Radweg R 5 in das Borkener Seenland. Wer direkt von Homburg nach Fritzlar radeln will, kann über den R 17 und den Eder-Radweg zwei Drittel des Weges sparen. Hügelig ist die Strecke entlang des R 5 in das Borkener Seenland. Über verkehrsarme Landstraßen trifft man hinter Singlis auf den ersten See, der einst durch die Renaturierung nach dem Braunkohletagebau entstanden ist. Weiter folgt man der Schwalm auf dem R 5 in Richtung Kellerwald. Durch den engen Taleinschnitt der „Schwälmer Pforte“ kommt man nach Bad Zwesten. Hier lohnt sich ein Abstecher zum Kurpark am Löwensprudel, wo man auch prima pausieren kann. Im weiteren Verlauf führt die Strecke zwar über Schotter, dafür geht sie direkt an der Schwalm entlang und ist landschaftlich besonders reizvoll.

Bei Niederurff wird das Schwalmtal verlassen. Ein bergiger Abschnitt beginnt, landschaftlich schön, aber herausfordernd für Radler ohne motorische Unterstützung. Es geht ein längeres Stück durch den Kellerwald und endet in Bergfreiheit, dem Schneewittchendorf. Dieser kleine Ort in herrlicher Lage hat eine lange Bergbautradition. Hier wurde mit einfachen Mitteln in der Vergangenheit Kupfer abgebaut. Als „Schutzhelm“ dienten Zipfelmützen. So kam es, das sich hier eines Tages das Märchen von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ verbreitete. Am

Ortseingang machen sieben Zwergenfiguren auf das Schneewittchendorf aufmerksam. Im kleinen Ortskern gibt es auch ein mit Liebe zum Detail eingerichtetes Schneewittchenhaus, welches man sich unbedingt anschauen sollte. Im August finden oberhalb des Ortes auch auf einer Freilichtbühne -in bezaubernder Natur- Aufführungen rund um das Märchen statt.

Hinter Bergfreiheit sind noch ein paar Anstiege zu überwinden, bevor es bergab rollt, zum Teil auf geschotterten Wegen. Die Landschaft weitet sich und bald ist Bad Wildungen in Sicht. Der Ortskern des Kurbades liegt auf einer Anhöhe. In dem Fachwerk-Kurort ist auch ein Märchenladen ansässig. Bad Wildungen beherbergt Europas größten Kurpark. Ein Besuch lohnt sich.

Der R 5 folgt dem Tal der Wilde zum Ortsteil Wega. Über dem Tal thront Schloss Friedrichstein.

In Wega vereint sich der R 5 mit dem Eder-Radweg. Nun sind es nur wenige Kilometer flussab bis Fritzlar seine Gäste mit seiner einzigartigen Silhouette begrüßt. Zur Stadt hinauf ist noch ein steiler

Anstieg zu bewältigen, der allerdings durch den „Vier-Türme-Blick und den „Malerwinkel“ versüßt wird.

Die historische Dom- und Kaiserstadt besitzt eine Menge Sehenswürdigkeiten. Da ist zum einen der Dom mit seinem reichen Domschatz, ferner das Hochzeitshaus mit dem Regionalmuseum und das kleine stadtgeschichtliche Museum im Grauen Turm. Nicht zu vergessen, die hübschen anderen Fachwerkbauten und die Stadtmauer mit den Türmen. Der Sage nach hat in Fritzlar der Heilige Bonifatius die heidnisch verehrte Donareiche gefällt und damit den Ort und die Region zum Christentum bekehrt. Passend dazu gibt es ein Denkmal mit Bonifatius, der eine Axt in der Hand hält.

6. Etappe: Fritzlar - Kassel (59 km)

Sehr bergige Etappe, teils ohne Wegweisung, teils geschottet

Schwierigkeitsgrad:    anspruchsvoll
Wegequalität:             ★★☆☆
Beschilderung:            ★★☆☆   

Die teilweise sehr bergige Strecke ist anspruchsvoll. Es gibt aber eine Alternative ab Gudensberg über den R 21, der die heftigen Anstiege vermeidet und obendrein die Etappe um ein Drittel verkürzt. Folgt man der Hauptroute durch die attraktive Mittelgebirgslandschaft des Naturparks Habichtswald, wird man mit phantastischen Panoramen über die einmalige Landschaft belohnt.

Im ersten Abschnitt nach Gudensberg gibt es keine Radwegweisung. In Obervorschütz kann man eine historische Steinbrücke über die Ems bewundern. Hier steht auch die Bronzeskulptur „Emmesgänser“. Erster Anstieg hinauf nach Gudensberg. Folgt man dem R 21 nach Baunatal, verkürzt man die Gesamtetappe und es geht für die weitere Strecke etwas bequemer zu. Über der Gudensberger Altstadt thront die Burgruine Obernburg. Von hier aus ist der Rundblick auf die Schwalm-Ederniederung bis zum Knüll beeindruckend schön.

 

In Gudensberg knickt die Hauptroute in Richtung Kirchberg ab. Hier trifft man auf den Chattengau-Fulda Radweg R 12. Nördlich von Niedenstein geht es steil um 150 Höhenmeter hinauf, oben wieder schöne Panoramablicke bis nach Fritzlar. Am Sattel bei Elmshagen ist man 410 m hoch. Von hier aus kann man die Burgruine Falkenstein erreichen. In Schauenburg-Breitenbach hat man die alte Feuerwache zur „Märchenwache“ umfunktioniert. Rund um das Thema Märchen kann man einiges erfahren, wenn die Wache geöffnet ist.

Über die „Hoofer Pforte“ rollt man nun mit Speed steil bergab. Die Route folgt dem Verlauf des Hessencourrier-Radwegs, gekennzeichnet mit dem Logo der Grünen Lokomotive. Nach Kassel hin wird die Route zunehmend flacher. Vorbei am VW-Werk in Baunatal wird das Gelände der Knallhütte gestreift, wo die Märchenerzählerin Dorothea Viehmann geboren wurde.

Bald ist Kassel erreicht. Durch den Dorothea-Viehmann-Park stößt man in Niederzwehren auf ein verwinkeltes Märchenviertel, welches sich entlang des Grundelbachs entwickelt hat. Dorothea Viehmann lebte lange Jahre in diesem Viertel. Ihr zu Ehren hat man auf dem Märchenplatz neben der Matthäuskirche eine Büste aufgestellt und einen Türdurchgang mit der Aufschrift: „Es war einmal...“ errichtet. Zu Lebzeiten erzählte Dorothea Viehmann den Brüdern Grimm mehr als 40 Volksmärchen, wovon diese 36 in ihre Märchensammlung aufnahmen.

In Kassel ist das neue und nicht nur architektonisch interessante Museum „Grimmwelt“ erbaut worden. Über das Schaffen und Wirken der Brüder Grimm kann man sich im Inneren auf vielfältige Weise informieren. Hier in Kassel haben die Grimms mit fast 30 Jahren den längsten Teil ihres Lebens verbracht. Als Sprach- und Literaturwissenschaftler gaben sie auch hier den ersten Band ihrer „Kinder- und Hausmärchen“ heraus.

Von der für jedermann zugänglichen Dachterrasse, hat man einen guten Ausblick auf Teile von Kassel. An der weiteren Radroute liegt auch die Orangerie in der Karlsaue. Die durchaus sehr grüne Documenta-Stadt ist auch bekannt für seinen Bergpark Wilhelmshöhe mit Herkules und Schloss und den ausgewöhnlichen Wasserspielen. Die gesamte Anlage gehört seit 2013 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

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