Ostschleife

Ostschleife

Naturpark Frau-Holle-Land und Eichsfeld

Diese Strecke erschließt ab Kassel den östlichen Teilabschnitt der Deutschen Märchenstraße im WerraMeißner-Land sowie im Eichsfeld. Zusammen mit dem Teilabschnitt  der Hauptroute über den Reinhardswald kann hier auch ein attraktiver Rundtour absolviert werden. Aufgrund der Steigungen im Kaufunger Wald, Obereichsfeld, Göttinger Wald und Bramwald eignet sich die Strecke ideal für Tourenpedelecs.

1. Etappe: Kassel - Hess. Lichtenau (35 km)

Zunächst flach und asphaltiert. Im Niestetal Waldwege aber gut befahrbar. Anstieg im Kaufunger Wald, danach eben über den Herkules-Wartburg-Radweg, gut ausgeschildert, bis auf Anstieg familientauglich

Schwierigkeitsgrad:  eher leicht
Wegequalität:           ★★★☆
Beschilderung:         ★★★☆        

Durch die Kasseler Südstadt und den Staatspark Karlsaue mit der barocken Orangerie folgt man ein Stück weit dem Fulda Radweg. Dann geht es durch das grüne Niestetal über Waldrandwege durch den Ort Nieste und dem südlichsten niedersächsischen Dorf Dahlheim. Auf einem längeren Anstieg folgt eine rasante Abfahrt nach Oberkaufungen.

Ein schöner Ort, geprägt von Fachwerk, wie auch die nächsten Dörfer und Städtchen, die auf der Route liegen. Helsa und Hessisch Lichtenau gehören dazu, wo Frau Holle die Betten ausschüttelt.

2. Etappe: Hess. Lichtenau - Bad Soden-Allendorf (44 km)

Überwiegend eben und bergab durchs Gelstertal zum Werra-Radweg. Gut ausgebaute und beschilderte Radfernwege, wegen einer stärker befahrenen Hauptstraßen bedingt familientauglich

Schwierigkeitsgrad:    eher anspruchsvoll
Wegequalität:             ★★★☆
Beschilderung:           ★★★☆

Hinter Lichtenau schlängelt sich der Weg am Meißner vorbei durch das beschauliche Gelstertal bis er bei Witzenhausen auf den Werra-Radweg stößt. Weithin bekannt ist die Region um Witzenhausen für seine Kirschen und wird während der Kirschblütenzeit von abertausenden Touristen besucht.

Von Witzehausen aus schlängelt sich der Weg entlang der Werra nach Bad Soden-Allendorf. Auf dem Weg erblickt man von Werleshausen aus die Burg Ludwigstein bevor man nach Bad Soden-Allendorf kommt.

Salz und Sole bestimmen seit Jahrhunderten die Geschichte der Stadt. Heute nutzt man die Naturkraft der Sole als Heilmittel. In Bad Soden befindet sich ein beeindruckendes Gradierwerk. Auf der anderen Werraseite säumen alte Fachwerkhäuser die Straße. Von der alten Werrabrücke hat man einen besonders schönen Blick auf die alten Fischerhäuser am Ufer.

3. Etappe: Bad Soden-Allendorf - Heilbad Heiligenstadt (70 Km)

Überwiegend eben und asphaltiert, gute Beschilderung, lange Passagen auf der Trasse des Kanonenbahn-Radwegs, allerdings mit einigen Auf- und Abfahrten, 5 Tunnel, ab Kefferhausen hügelig

        Schwierigkeitsgrad:    eher leicht
        Wegequalität:             ★★★☆
        Beschilderung:           ★★★☆ 

Entlang des gut ausgeschilderten Werra-Radwegs verläuft die Strecke mal über asphaltierten Belag, mal über befestigte Feldwege, die aber gut zu befahren sind. Unterwegs überquert man die unscheinbare Zauberbrücke. Erst durch ein Hinweisschild erfährt der Radwanderer von der Sage vom Fischer, der ein unscheinbares Männchen über den Fluss setzte und dafür mit Gold belohnt wurde, was ihm letztlich aber kein Glück brachte.

Der weitere Verlauf der Route schwenkt über Eschwege nach Frieda. Hier wird der Werra-Radweg verlassen. Nun folgt der Weg dem Lauf der Frieda im gleichnamigen Tal. Bereits nach wenigen Kilometern überquert man die ehemals deutsch-deutsche Grenze und erreicht Thüringen. Hinweistafeln erinnern an den Kolonnenweg der DDR-Grenztruppen.

Hinter Geismar beginnt der Kanonenbahn-Radweg, der kurz am Viadukt in Lengenfeld unterm Stein unterbrochen wird, den die kühn gebaute Brücke, die spektakulär den Ort überspannt, ist leider nicht befahrbar. Hinter Lengenfeld kommt man dann wieder auf die Bahntrasse nach Dingelstädt. Diese phantastische Strecke leitet den Radler anstrengungsfrei durch die bergige Landschaft. Auf der Strecke geht es durch 5 Tunnel, darunter auch der mit 1520 m der längste Fahrradtunnel Deutschlands in Küllstädt.

In Kefferhausen wird die Trasse verlassen. Hier befindet sich auch die Unstrutquelle. Der Feld- und Wiesenweg nach Heuthen ist eher ein Wanderweg und schlecht zu befahren. Eine Alternative führt über die Straße nach Kreuzebra und von da aus weiter nach Heuthen. Bald ist das Leinetal und Heiligenstadt mit der historischen Altstadt erreicht. In der Stadt hat der Schriftsteller und Dichter Theodor Storm acht Jahre lang als Richter gewirkt. Ihm zu Ehren wurde auch ein Museum gewidmet. Tilmann Riemenschneider, der große Bildschnitzer der Spätgotik wurde in Heiligenstadt geboren und Heinrich Heine hier getauft. An der Therme hat man einen schönen Märchenpark mit Stationen zu den Grimm’schen Märchen angelegt. Über versteckte Lautsprecher vor den Figuren werden die Märchen vorgetragen. Gleichzeitig kann man auf Tafeln immer das vollständige Märchen nachlesen. Nett gemacht, nicht nur für Kinder.

4. Etappe: Heiligenstadt - Göttingen (65 km)

Anspruchsvolle, bergige Tour, lokale Ausschilderung, Nebenstraßen und Wirtschaftswege, zum Teil geschottert, zwischen Reinholterode und Neuendorf besonders schlechte Wegstrecke

Schwierigkeitsgrad:      anspruchsvoll
Wegequalität:               ★★☆☆
Beschilderung:             ★★★★

Vom Märchenpark verläuft der Radweg über wenig befahrene Straßen und Feldwege durch welliges Land. Durch das ständige auf und ab wird der Radler gefordert. Wer elektrische Unterstützung hat, ist im Vorteil. Entschädigt wird man durch die tollen Panoramen über das Land. Hinter der Autobahn A 38 gibt es eine Schotterstrecke bei Reinholterode. Bevor man Neuendorf erreicht ist eine Gefällestrecke wegen der Schlaglöcher sehr vorsichtig zu befahren. Wer unsicher ist, sollte ein Stück das Rad schieben. Durch den Wald strampelt man nach Böseckendorf und weiter über Immigerode bis nach Duderstadt. Das Fachwerkensemble in diesem Städtchen ist grandios. Vollständig erhalten, vermittelt der Ort ein mittelalterliches Stadtbild. Absolutes Highlight ist das Rathaus.

Nur wenige Kilometer entfernt, kommt man am idyllischen Seeburger See vorbei. Hier kann man prima eine Rast einlegen, denn in Seeburg gibt es direkt am See auch Verpflegung. Ein Katzensprung weiter, liegt Ebergötzen mit der bekannten Wilhelm-Busch-Mühle. Hier verbrachte Busch seine Kinderjahre bei einem Onkel. Er freundete sich mit dem Müllersohn an. Die beiden machten wohl zusammen so manchen Streich. In Erinnerung an seine Kindheit diente die Mühle als Vorlage für die Max und Moritz-Geschichten zu denen er auch die Bilder illustrierte. Wenn man so will, ist Wilhelm Busch der Erfinder der Comics. In der noch funktionsfähigen Buschmühle sind zahlreiche Zeugnisse aus dem Leben und Schaffen des Künstlers ausgestellt.

Kurz vor dem Etappenziel Göttingen kann man, wenn man noch „Körner“ hat zur Burg Plesse hochfahren. Von oben hat man schöne Aussichten über das Leinetal. Göttingen ist eine weitere wichtige Lebensstation der Brüder Grimm. Sie lehrten von 1829 bis 1837 an der hiesigen Universität. Auf dem Platz vor dem alten Rathaus steht der Gänselieselbrunnen. Nach alter Sitte wird die Mädchenstatue von erfolgreichen Doktoranden geküsst. Überdies verfügt Göttingen über eine gemütliche Altstadt mit vielen Einkehrmöglichkeiten. Außerdem ist die Stadt ein beliebtes Refugium für Radfahrer. Das erkennt man insbesondere am mit hunderten geparkten Rädern übersäten Bahnhofsvorplatz.

5. Etappe: Göttingen - Bad Karlshafen (57 km)

Erst teils geschotterter Bahntrassenweg, dann hügelig, an der Weser eben, gute Beschilderung

Schwierigkeitsgrad:    eher leicht
Wegequalität:             ★★★☆
Beschilderung:           ★★★☆

Südlich des Göttinger Bahnhofs beginnt mit der „Dransfelder Rampe“ auf einer teils geschotterten Bahntrasse ein allmählicher Aufstieg auf dem Weser-Harz-Heide-Radweg. Schaut man zurück, hat man einen besonderen Blick auf das Leinetal. Hinter Dransfeld beginnt ein Zickzackkurs bis nach Imbsen und Löwenhagen.

Danach folgt die Route dem beschaulich bewaldeten Niemetal auf einer wenig befahrenen Landstraße nach Bursfelde, dem Klosterort, wo der Weser-Radweg verläuft. In Oedelsheim, Teil der Gemeinde Wesertal, befindet sich in der Dorfmitte eine Statue mit dem Gestiefelten Kater.

Der Weser kann man auf beiden Uferseiten folgen. Auf der rechten Flussseite befindet sich in Lippoldsberg die sehenswerte ehemalige Klosterkirche St. Georg und Maria. Wer sich in Wahmbeck übersetzen lassen will, kann dort die Gierseilfähre nutzen.

Eine solche Fähre hat keinen Motor, sondern nutzt -an Seilen befestigt- die Strömung des Flusses. Das Etappenziel Bad Karlshafen ist eine frühere Hugenottenstadt. Hier fanden die aus Frankreich vertriebenen Hugenotten ein neues Zuhause. Im Deutschen Hugenotten-Museum am Hafenplatz kann man sich anhand von Büchern, Bildern und Gegenständen einen ausführlichen Überblick über ihre Vertreibung aus Frankreich und die Neuansiedlung in Karlshafen verschaffen. Sehenswert ist der denkmalgeschützte barocke Ortskern am Hafen mit dem Rathaus von 1715.

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