SPURENSUCHE: Eine Ausstellung zum Nationalsozialismus in der Schwalm

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SPURENSUCHE

Eine Ausstellung zum Nationalsozialismus in der Schwalm

Eröffnung: Samstag, 17.10.2026, 16:00 Uhr

Midissage: Sonntag, 1.11.2026, 16:00 Uhr

Finissage: Sonntag, 15.11.2026, 16:00 Uhr

Ausstellungsdauer: 18.10.– 15.11.2026

Eine Spur ist das, was bleibt, wenn jemand gegangen ist: ein Abdruck im Boden, eine Kerbe im Holz, ein Name auf einem Grabstein. Wer einer Spur folgt, versucht sich ein Bild von der Vergangenheit zu machen. Mehr als achtzig Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus gibt es kaum noch Menschen, die aus eigener Erfahrung von dieser Zeit erzählen können. Was bleibt, sind Spuren in Archiven, in Gebäuden und auf Friedhöfen. Doch wie liest man sie, wenn die Zeitzeug:innen fehlen?

Am besten nicht allein. In der ersten Summer School des Kunstvereins Stipendium Willingshausen haben sich Jugendliche aus der Region gemeinsam mit Fachleuten aus Erinnerungsarbeit, Kunst und Vermittlung auf Spurensuche begeben. In der Gedenkstätte und Museum Trutzhain, dem Ort des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers, lernten sie dessen Geschichte kennen und arbeiteten mit Archivalien und historischen Fotografien, die sie in kurze Filme übersetzten. Sie interviewten den Dokumentarfilmer Klaus Stern und besuchten den Waldfriedhof, auf dem Insassen des Lagers begraben sind. So entstanden Texte und Bilder für ein Magazin sowie die Cyanotypie, die zum Motiv des Ausstellungsplakats wurde.

Spuren finden sich auch an Orten, an denen man täglich vorbeigeht, oft unbemerkt und manchmal unbequem. In der Woche vor der Eröffnung gehen die Jugendlichen ihnen im dritten Workshop in ihrer direkten Umgebung nach und holen sie mit künstlerischen Techniken wie der Frottage und der Collage in den Ausstellungsraum. Gemeinsam mit begleitenden Texten und den Arbeiten aus den ersten beiden Workshops entsteht so eine Ausstellung, die nicht nur von der Vergangenheit erzählt, sondern auch davon, wie sich eine neue Generation ihr nähert: fragend, forschend und mit den Mitteln der Kunst.

„Spurensuche“ ist das erste Projekt der Summer School, eines Jugendbildungsprogramms des Kunstvereins Stipendium Willingshausen e.V. in Kooperation mit der Gedenkstätte und Museum Trutzhain. Entwickelt haben die Summer School die Kuratorin Marina Rüdiger, die Künstlerin und Filmemacherin Joey Arand und Sebastian Sakautzki, der Leiter der Gedenkstätte und Museum Trutzhain. Die Workshops leiten Joey Arand, die Künstlerin und Fotografin Anja Köhne und Marina Rüdiger in Zusammenarbeit mit Sebastian Sakautzki und Mika Schelling von der Gedenkstätte. Pädagogisch begleitet werden sie von der Teamerin Samira Raaphorst.

Gefördert wird das Projekt vom Kulturkoffer-Programm der Landesvereinigung Kulturelle Bildung Hessen und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, von der Partnerschaft für Demokratie im Schwalm-Eder-Kreis im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“, von der Wellbeing Stiftung Kassel sowie von der Konvekta C.H. Schmitt Stiftung.

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