Wilde Jäger Hackelberg

Der wilde Jäger Hackelberg

Vorzeiten soll im Braunschweiger Land ein Jägermeister gewesen sein, Hackelberg genannt, welcher zum Waidwerk und Jagen große Lust empfand. Als er nun in seinem Totenbett lag und vom Jagen ungern Abschied nehmen wollte, soll er Gott gebeten haben, aufgrund seines christlichen und gottseligen Lebens, für sein Himmelreich bis zum Jüngsten Tag im Solling jagen zu dürfen und in dieser Wildnis und Wald begraben zu werden. So geschah es – seinem gottlosen, ja teuflischen Wunsch wurde entsprochen, denn nachts ist vier Mal ein gräuliches und erschreckliches Hornblasen und Hundegebell zu hören. Mal hier, ein andermal anderswo in dieser Wildnis, wie mir diejenigen berichten, die den wilden Jäger gehört haben. Zudem soll es gewiss sein, dass, wenn man nachts solch ein Jagen bemerkt und am folgenden Tag gejagt wird, man sich Arm, Bein, wenn nicht sogar den Hals bricht oder sich sonst ein Unglück zuzieht.

Ich° bin selbst im Jahr 1558, als ich von Einbeck über den Solling nach Uslar geritten bin und mich verirrte, in die Nähe des Grabes von Hackelberg gestoßen. Es war ein Platz in der Wildnis, wie eine Wiese, doch mit Gestrüpp und Schilf, etwas länger als breit, größer als ein Acker, darauf stand kein Baum. Der Platz erstreckte sich mit der Länge nach Aufgang der Sonne, am Ende lag ein erhabener roter Wackerstein, etwa acht oder neun Schuh lang und fünf breit. Er war aber nicht, wie andere Steine, gegen Osten, sondern mit der Vorderseite gegen Süden, mit der andern gegen Norden gekehrt.

Man sagte mir, es vermöchte niemand dieses Grab zu finden, so sehr man sich auch darum bemühe. Käme aber jemand in die Nähe, lägen gräuliche schwarze Hunde daneben. Solch ein Gespenst ward ich aber nicht im Geringsten gewahr.

(°Hans Kirchhof)

Aus: "Auf den Spuren der Brüder Grimm" von Eberhard Michael Iba, erschienen bei CW Niemeyer.
Quelle: Brüder Grimm, Deutsche Sagen

Von der Sage zur Stadt: Entdecken Sie Holzminden

Die Sage vom wilden Jäger Hackelberg zählt zu den bekanntesten Jagdlegenden Norddeutschlands. Der leidenschaftliche Jäger soll selbst nach seinem Tod rastlos durch die Wälder gezogen sein – begleitet von seinem Geisterheer und den Klängen des Jagdhorns. Bis heute ranken sich zahlreiche Geschichten um seine nächtlichen Streifzüge durch die ausgedehnten Wälder des Weserberglands.

In Holzminden und der umliegenden Solling-Vogler-Region ist die Legende bis heute lebendig. Dichte Wälder, aussichtsreiche Wanderwege und sagenumwobene Landschaften schaffen die passende Kulisse für diese geheimnisvolle Erzählung. Gleichzeitig lädt die Stadt dazu ein, ihre historische Altstadt, die malerische Weserpromenade und die vielfältigen Naturerlebnisse des Weserberglands zu entdecken – eine Region, in der Märchen, Sagen und Geschichte auf besondere Weise miteinander verschmelzen.

Wilde Jäger Hackelberg
Kapitel 1 : Wilde Jäger Hackelberg
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