Teufelsmühle zu Ilbeshausen und der Teufelsstein
Teufelsmühle zu Ilbeshausen und der Teufelsstein
Wer im Vogelsberg wandert und auf dem Weg zum Oberwald durch Ilbeshausen kommt, wird unter allen Gebäuden das schöne, lang gestreckte Fachwerkhaus mit allerlei Zierrat an Fenstern, Türen und Gebälk bewundern. Am zweiten Stock befindet sich ein Wandfach, das einen schwarz gemalten Mannskopf mit einem Hut, man spricht vom Teufel, darstellen soll.
Ein Mann, so geht die Sage, hat sieben Jahre lang im Oberwald Holz für den Bau des Hauses geschlagen und nach einem selbst erdachten Plan behauen. Als es nun ans Bauen ging, übermannte den Mann der Hochmut, und er wettete in seinem Übermut mit dem Teufel, dass er genauso schnell und schön bauen könne wie er.
Die Zwei machten sich ans Werk, der Teufel baute den unteren Teil des Giebels, der wunderschön ist und noch heute die Bewunderung aller erregt. Der Mann zimmerte den oberen Teil, der dem unteren nicht im Mindesten entspricht. Der Teufel war eher fertig und hing zum Hohn seinen Hut auf die oberste Spitze des Gebäudes nach dem Walde hin. Dann führte er den Mann ins Crainfelder Feld und zerriss ihn in den Lüften. Seitdem heißt das wunderschöne Fachwerkhaus Teufelsmühle. In ihr befindet sich ein Wandfach, welches von außen wie ein Fenster aussieht, durch das der Teufel noch heute zuweilen aus- und einschlüpfen soll.
Geht man von Ilbeshausen nach Breungeshain durch den Oberwald, so liegt nicht weit vom Weg ein großer Stein, der wird der Teufelsstein genannt. Dort haben einmal schlechte Leute eine ganze Nacht hindurch mit dem Bösen Karten gespielt. Noch heutzutage kann man eine Delle im Stein sehen, dahinein hat der Teufel seine Spielheller gelegt.
Aus: "Auf den Spuren der Brüder Grimm" von Eberhard Michael Iba, erschienen bei CW Niemeyer.
Quelle: Theodor Bindewald/Eberhard Michael Iba, aus dem Volksmund gesammelt.
Von der Sage zum Ort: Grebenhain
Mitten im Naturpark Hoher Vogelsberg liegt Grebenhain, eine Gemeinde, in der Natur, Geschichte und alte Überlieferungen eng miteinander verbunden sind. Die vulkanisch geprägte Landschaft mit ihren markanten Basaltfelsen, dichten Wäldern und einsamen Höhen bietet seit Jahrhunderten den idealen Nährboden für geheimnisvolle Sagen und Legenden.
Zu den bekanntesten Erzählungen der Region gehören die Sage von der Teufelsmühle zu Ilbeshausen, einem außergewöhnlichen Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert, sowie die Geschichte des Teufelssteins, eines auffälligen Basaltfelsens, um den sich zahlreiche volkstümliche Überlieferungen ranken. Beide Orte erinnern daran, wie eng die Menschen des Vogelsbergs einst Naturphänomene mit Geschichten über den Teufel, übernatürliche Kräfte und göttliche Fügung verbanden.
Heute lädt Grebenhain Besucher dazu ein, diese sagenhaften Orte selbst zu entdecken. Wanderwege führen durch die abwechslungsreiche Vulkanlandschaft zu historischen Mühlen, beeindruckenden Felsformationen und idyllischen Dörfern mit traditionellen Fachwerkhäusern. Als Station an der Deutschen Märchenstraße verbindet Grebenhain eindrucksvoll Naturerlebnis, regionale Geschichte und lebendige Sagenwelt und bietet einen faszinierenden Einblick in das kulturelle Erbe des Vogelsbergs.