Hintergrund-Informationen

zur Deutschen Märchenstraße als Ferienstraße, Netzwerk und Marke

Einführung

Die Deutsche Märchenstraße hat sich seit Ihrer Gründung im Jahr 1975 schnell zu einer der wenigen deutschen Ferienstraßen entwickelt, die tatsächlich weltweit bekannt sind und Gäste aus aller Welt anziehen. Dieser Erfolg wurzelt in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Seit mehr als zweihundert Jahren faszinieren sie Menschen in aller Welt und aller Altersgruppen und lassen in ihren Köpfen ein romantisches Bild von Deutschland entstehen, geprägt von Burgen und Schlössern, Fachwerk und Wald.

Im engeren Sinne messbar ist der Erfolg nicht. Doch beispielhaft sichtbar wird er in dem 2006 verliehenen „European Chinese Tourists Welcoming Award“, in der bisher viermaligen Platzierung unter den „TOP 100 Sights of Germany“, in ungezählten Presseveröffentlichungen mit Überschriften wie „Deutschlands Traumrouten“ (HÖRZU, 26.05.2017) oder auch in der Tatsache, dass mindestens 80 Veranstalter Reisen entlang der Deutschen Märchenstraße anbieten.

Darin zeigt sich auch, dass die Deutsche Märchenstraße nicht „nur“ Ferienstraße ist; sie ist auch Netzwerk und Marke.

Getragen und gestaltet wird die Deutsche Märchenstraße in den drei genannten Dimensionen von dem gleichnamigen, eingetragenen Verein; die operative Steuerung und das Tagesgeschäft obliegen der hauptamtlich besetzen Geschäftsstelle.

Die Route

In der Brüder-Grimm-Stadt Hanau, dem Geburtsort der Brüder Grimm, beginnt die Deutsche Märchenstraße. Am imposanten Denkmal für Jacob und Wilhelm auf dem Neustädter Marktplatz ist ihr offizieller Ausgangspunkt.

Von dort führt die einzigartige Route über fünf weitere Lebensstationen der berühmten Brüder sowie mehr als fünfzig märchen- und sagenhafte Orte bis nach Bremen. Hier symbolisiert die Skulptur der Bremer Stadtmusikanten vor dem Ratskeller das Ende der Reise.

Bis dorthin und auf einem abschließenden Abstecher nach Buxtehude führt sie durch unterschiedliche Natur- und Kulturlandschaften, abgelegene Dörfer, heimelige Fachwerkstädtchen, urbane Kulturzentren – und durch die GrimmHeimat NordHessen. Geschichtsträchtige Burgen und märchenhafte Schlösser, verwunschene Wälder und der bekannte Weserfluss, mystische Sagenorte und ungezählte Märchenbrunnen säumen den Weg.

Der Verlauf der Route hat sich im Laufe der Jahrzehnte durch verschiedene Faktoren, wie Beitritte und Straßenbauten, verändert. 2019 ist er detailliert überprüft und neu festgelegt worden; seitdem steht die Route auch digital mit Folgefunktion bereit: www.ferienstrassen.info/deutsche-m%C3%A4rchenstra%C3%9Fe/

Eine durchgängige Beschilderung der Route ist derzeit nicht gegeben.
Der Deutsche Märchenstraße e.V.

Der Verein ist der organisatorisch gefasste und tragende Teil des Netzwerks Deutsche Märchenstraße. Er ist zum 01.01.2007 in Nachfolge der nicht eingetragenen „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Märchenstraße“ als eigenständige Rechtsperson gegründet worden.

Zugleich wurde gut 30 Jahre nach der Geburtsstunde der Deutschen Märchenstraße erstmals eine eigene Geschäftsstelle für diese eingerichtet. Deren Ausstattung und Arbeitsfähigkeit wird zu erheblichen Teilen durch die „Trägerkommunen“ Stadt und Landkreis Kassel sowie Stadt Hofgeismar gewährleistet.

Am Gründungstag hatte der Verein 41 Mitglieder, nun sind es etwa 70 Städte, Gemeinden und andere kommunale Körperschaften, die den Verein gemeinsam tragen und als Stationen an der Route das Angebot und Profil prägen.

Inhaltlich und organisatorisch ergänzt wird das Mitgliederspektrum durch Partner in den Bereichen Hotellerie und Gastronomie sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen. Mit ausgewählten Unternehmen und Initiativen, die sich auch im Sinne der Deutschen Märchenstraße engagieren, wurden und werden bilaterale „Verträge für eine marketingorientierte Partnerschaft“ geschlossen. Derzeit sind sieben hochklassige Hotels „Premium-Partner“, um in exklusiver Kooperation Angebote für anspruchsvolle Reisende – insbesondere aus Übersee – zu vermarkten.

Die Mitgliederversammlung wählt alle zwei Jahre einen sechsköpfigen Vorstand; der Vorsitzende – derzeit der Kasseler Landrat Uwe Schmidt – und die Stellvertreter werden durch die Trägerkommunen gestellt. Vorstand und Geschäftsstelle werden beraten durch den bis zu zehnköpfigen Marketingausschuss, der ebenfalls alle zwei Jahre durch die Mitgliederversammlung gewählt wird.

Idee und Ziele

Die Geschichte der Deutschen Märchenstraße beginnt vor annähernd 50 Jahren in Russland: Empfangen in einer großen Bibliothek wurde der damalige Kasseler Landrat gewahr, dass die Märchen der Brüder Grimm in aller Welt gekannt und geschätzt werden. So kam er zu dem Schluss, dass damit auch die Heimat der „Märchenbrüder“ rund um den Globus bekannt zu machen wäre.
In der Folge wurde 1975 die Deutsche Märchenstraße ins Leben gerufen.

Seitdem hat sich vieles geändert. Doch eines war und bleibt immer Sinn und Anliegen der Deutschen Märchenstraße: Die Einladung an Menschen aus aller Welt, von Hanau bis Bremen den Spuren der Brüder Grimm zu folgen und in die schillernden Welten der deutschen Märchen, Sagen und Legenden einzutauchen.

In der Vereinssatzung wird dieses grundlegende Anliegen unter zwei Gesichtspunkten differenziert, wobei deutlich wird, dass es nicht zuletzt auch darum geht, touristische Wertschöpfung zu erzielen.

Der Deutsche Märchenstraße e. V. dient dem Zweck

•    zur Bewahrung und Inwertsetzung der deutschen Märchen, Sagen und Legenden und des kulturellen Erbes der Brüder Grimm beizutragen sowie

•    die Deutsche Märchenstraße nachhaltig als eine kulturtouristische Qualitätsmarke und eine der wichtigsten Ferienstraßen zu positionieren (Satzung § 2,1).

Im Rahmen eines umfassenden Prozesses zur weiteren Schärfung der Marke Deutsche Märchenstraße sind in jüngster Zeit Ziele und Selbstverständnis in folgender Vision aktualisiert und präzisiert worden:

„Die Deutsche Märchenstraße ist ein lebendiges und professionell koordiniertes Netzwerk von Orten und Akteuren, die die Deutsche Märchenstraße bereichern, mitgestalten und von ihr profitieren.

In der touristischen Aufbereitung der Grimm‘schen Märchen und Sagen hat die Deutsche Märchenstraße die Führungsposition und gehört dauerhaft zu den Top 3 Ferienstraßen in Deutschland.

Für ihre Gäste bietet die Deutsche Märchenstraße eine ganzjährige Erlebbarkeit des Märchenthemas durch wertkonforme, einzigartige Angebote für Individualreisende und Gruppen.“

Zwischenbilanz und Perspektiven

Die deutliche Steigerung der Mitgliederzahlen seit der Neugründung 2007 ist auch ein Beleg dafür, dass viele Städte und Gemeinden die Deutsche Märchenstraße für sich genommen sowie als Partner und Marke im Tourismus als erfolgreich wahrnehmen.

Um die Organisation nicht zu überfordern sowie Angebotsprofil und Marke nicht zu verwischen und damit den Erfolg zu gefährden, hat der Vorstand 2019 einen weitgehenden Aufnahmestopp beschlossen.

Dies verbindet sich mit der Vereinbarung, die Aktivitäten in den nächsten Jahren vor allem auf Konsolidierung im Sinne von nachhaltiger Qualitätssicherung und -entwicklung auszurichten.

Sichtbar wird das Erreichte auch in Reportagen über die Deutsche Märchenstraße unter Überschriften wie „Die schönsten Straßen der Welt“ (uptrend Magazin, 10-2019) oder „Auf Deutschlands schönsten Ferienstraßen“ (tz.de, 05-2020). Sie illustrieren beispielhaft, dass die Deutsche Märchenstraße den Satzungszweck (s. o.) erfüllt, sich als eine der wichtigsten Ferienstraßen zu positionieren.

Dieser positive Befund wird untermauert durch die jährlichen Geschäftsberichte, die bisher in praktisch allen messbaren Bereichen Zuwächse zeigen.

Doch gerade in jüngster Zeit zeigt sich, in Zahlen beschreibbares Wachstum ist weder Selbstläufer noch Zukunftsgarant für die Deutsche Märchenstraße.

So ist beispielsweise aus der Analyse genereller Trends im Tourismus sowie der Entwicklung spezifischer Zugriffszahlen deutlich geworden, dass die Deutsche Märchenstraße ergänzend zu den Facebook- und YouTube-Aktivitäten auch auf Instagram eine Präsenz aufbauen muss und – wichtiger noch – dass eine komplett neue Website zu entwickeln ist, um nicht nach jahrelangen Zuwächsen weitere Besucher zu verlieren. – Die neue deutsche Seite ist ab September 2020 im World Wide Web präsent und wird auf sämtlichen aktuellen Endgerät nutzerfreundlich ausgespielt; die neue englische Version sowie „Begrüßungsseiten“ in weiteren Sprachen werden ein paar Monate später folgen.

Nach der Verabschiedung des Marketingplans für die Jahre 2020 bis 2025 im Ergebnis eines intensiven Diskussionsprozesses wirft die „Corona-Krise“ zahlreiche Fragen bzgl. der kurz- und mittelfristigen Arbeitsplanung sowie der langfristigen strategischen Orientierung auf.

Bis auf weiteres unklar bleibt, wann und wie die priorisierten ausländischen Märkte – insbesondere in Übersee – wieder bearbeitet werden können.

Ähnlich unsicher ist, ab wann wieder Veranstaltungen, wie die zahlreichen sommerlich-märchenhaften Festivals oder die Weihnachtsmärkte, stattfinden und damit in den Fokus der Marketingaktivitäten der Deutschen Märchenstraße gerückt werden können.

Positiv zu verzeichnen ist jedoch, dass gerade in dieser Zeit deutsche Medien und Familien sich verstärkt für die Deutsche Märchenstraße interessieren, weil sie vielfältige Ausflugs- und Urlaubsziele im relativ sicheren Reiseland Deutschland bietet. Und: Vom Aschenputtelpfad in Polle über den Frau-Holle-Teich am Meißner, die Weidelsburg bei Wolfhagen und gewandete Stadtführungen in zahlreichen Städten bis zum Zwergenbrunnen in Hoya kann die Deutsche Märchenstraße mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und Erlebnismöglichkeiten im Freien punkten.

Zugleich ergeben sich durch die aktuellen Entwicklungen Impulse für Projekte, die teilweise schon seit geraumer Zeit in Rede stehen und nun konkret in Angriff genommen werden:

•    Ausbau und Vermarktung der Deutschen Märchenstraße als „emobile Reiseroute“;

•    Entwicklung einer App als informierender und animierender Reisebegleiter.

Die Realisierbarkeit weiterer Projekte, die gerade jetzt sinnvoll und Erfolg versprechend erscheinen, wird in nächster Zeit systematisch geklärt. Beispielhaft genannt seien die Bündelung von radtouristischen Angeboten entlang der Deutschen Märchenstraße, die systematische Bearbeitung des durch den ersten Abschnitt des Satzungszwecks (s. o.) intendierten kulturellen Auftrags und die Entwicklung einer stringenten Merchandisingstrategie.

Einladung

Wenn Sie mehr erfahren oder Ihre Ideen einbringen möchten, dann nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf:

Benjamin Schäfer, Geschäftsführer
Deutsche Märchenstraße e. V., Kurfürstenstraße 9, 34117 Kassel;
Tel.: 05 61/92 04 79 10, Fax: 05 61/92 04 79 30, info@deutsche-maerchenstrasse.de